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Interviewausschnitt aus der NZZ am Sonntag vom 12. Mai 2018 mit Frau Dr. Heike Bischoff - Ferrari   Interview: Felicitas Witte


Je älter wir werden, desto wichtiger ist Bewegung. Die Geriaterin Heike Bischoff-Ferrari gibt Tipps, wie man am besten körperlich aktiv bleibt.

NZZ am Sonntag: Wieso ist Sport im Alter so wichtig?
Heike Bischoff-Ferrari: Sport beugt dem Muskelabbau vor, und man wird nicht so schnell gebrechlich. Wir verlieren rapide an Muskelmasse, wenn wir uns nicht bewegen, vor allem ab 65 Jahren. Weniger Muskelmasse bedeutet weniger Kraft. In der Folge kommt es schneller zu Stürzen.

NZZ am Sonntag: Wieviel Sport empfehlen Sie?
Eine halbe Stunde pro Tag. Ideal ist eine Kombination von Ausdauer- also zehn bis zwanzig Minuten gehen mit Gleichgewichtsübungen und Krafttraining. Wer mag, kann ins Fitnesstudio gehen und sich von Physiotherapeuten anleiten lassen. Alternativ lässt sich Bewegung im Alltag einbauen: Treppen steigen anstatt den Lift nehmen, mit Wasserflaschen Hantelübungen machen oder beim Zähneputzen auf einem Bein balancieren.

NZZ am Sonntag: Welche Sportarten eignen sich am besten für Seniorinnen und Senioren?
Solche,  die alle drei erwähnten Komponenten beinhalten und ausserdem das Gedächtnis stimulieren. Dazu gehören beispielsweise Tanzen, Tai-chi oder Wandern. Wir stellen immer mehr fest, dass Körper und Geist gleichzeitig gefordert werden müssen, um fit zu bleiben.

NZZ am Sonntag: Lohnt es sich auch als lebenslanger Sportmuffel noch anzufangen?
Ja auf jeden Fall! Muskeln lassen sich bis ins hohe Alter trainieren. Am besten fängt man mit Gehen an, erst 3000 Schritte, dann 5000 und weiter. Wenn man die Muskeln nicht benutzt, bauen sie ab.
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